Historisches

Heutzutage ist die "Internationale Musikparade" eine der größten europäischen Shows überhaupt – alljährlich kommen rund 100.000 Menschen in die größten Arenen, um das farbenfrohe, abwechslungsreiche und mitreißende Musikspektakel live zu erleben: Dreieinhalb Stunden lang gibt es ein Feuerwerk der Blasmusik, von Militärmusik bis zum Musical, von der Klassik bis zu aktuellen Popsongs.

In ihren Anfängen jedoch war die "Musikparade" ein reines Festival der Militär- und Marschmusik – die übrigens nicht dasselbe meinen: Auch wenn die Marschmusik häufig mit Militärmusik gleichgesetzt wird, so sind Militärmärsche nur ein Teil dieser Musik. Ein Marsch (von lat. marcare) ist ein musikalischer Stil, der – ähnlich dem Tanz – die Bewegung mehrerer Menschen koordinieren soll: Bereits im Altertum kannte man Märsche, als festliche Umzüge von Musik begleitet wurden, und selbst in der griechischen Tragödie gab es Marschmusik von Chören bei deren Auf- und Abtritt – und zwar ohne Instrumente, sondern mit Gesang.

Die Ursprünge des Militärmarsches gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück, wenn etwa ein Fürst in eine Stadt einritt oder ins Feld zog und dabei Trommeln, Pauken, Trompeten und Schweizerpfeifen in Gebrauch waren. Doch auch im 17. Jahrhundert finden wir (Tanz-)Formen der Marschmusik, zuerst etwa in Opern und später auch als Klavierstück. Der heutige Marsch ist in der Regel weiter ausgeführt und hat ein eher melodiös gehaltenes Trio, oft in der Subdominante. Neben dem Militärmarsch gibt es zahlreiche, für besondere Zwecke und Gelegenheiten bestimmte, Märsche: Festmärsche, Huldigungsmärsche, kirchliche Märsche oder etwa der Trauermarsch.

Während die erste Musikparade (die übrigens im Herzen des Ruhrgebietes in der Arena Oberhausen stattfand) also eher eine reine Marschmusik-Veranstaltung war, erleben die Besucher heute eine äußerst vielfältige Blasmusik-Show für die ganze Familie. Aus aller Herren Länder kommen die unterschiedlichsten Orchester, die natürlich in jedem Jahr wechseln. Das ganze Jahr über sind internationale Scouts für die Musikparade in den verschiedensten Ländern unterwegs, um Orchester zu beobachten und um sich über neue Entwicklungen der weltweiten Blasmusik zu informieren.

Und so traten in den vergangenen Jahren die unterschiedlichsten Orchester bei der Musikparade auf: Von Militärmusikkorps unzähliger Nationen wie Deutschland, USA, Frankreich, Polen, Tschechien, Russland, der Ukraine und vielen, vielen anderen über Fahrrad fahrende Blasmusiker aus den Niederlanden bis zu joggenden Gebirgsjägern aus Italien. Die amtierenden Weltmeister der Blasmusik waren ebenso bei der Musikparade zu Gast wie etwa zivile Orchester aus allen Teilen der Welt – von Indien bis Mexiko.